Einfach nur unnötigPeriod Shaming: Ihr Kollege beschwerte sich, weil sie ihre Tage hatte

Weil sie ihre Periode hatte, wurde eine Frau von einem Kollegen in der Personalabteilung angeschwärzt. Aus gutem Grund ist sie stinksauer.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich der Kollege über die Frau beschwerte? Sie wird ihm ja wohl kaum auf die Nase gebunden haben, dass sie ihre Periode hat.

Die betroffene Dame schildert die Ereignisse auf der Website Mumsnet wie folgt: Um die typischen Krämpfe während der Periode etwas zu lindern, hatte sie sich eine Wärmflasche gemacht. Auch andere Kollegen verwenden diese laut ihrer Aussage häufiger, wenn es ihnen an ihrem Arbeitsplatz zu kalt wird.

Ausgerechnet an dem Tag, als sie die Wärmflasche zur Linderung ihrer Beschwerden verwenden wollte, war es aber natürlich sehr warm. Dem Vorgesetzten der Frau (sie nennt ihn, um keine echten Namen zu verwenden einfach „Guy“) fiel es darum komisch auf, dass sie eine Wärmflasche benutzte und er sprach sie darauf an. „Dir kann doch heute unmöglich kalt sein?“. Daraufhin antwortete die Frau wahrheitsgemäß: „Nein, die ist nur dazu da, um die Schmerzen zu lindern.“

Zuerst schaute Guy nach Aussage seiner Mitarbeiterin ziemlich verwirrt aus. Doch dann zeigte sich Entsetzen auf seinem Gesicht und er ging weg.

Zehn Minuten nach dem Vorfall erhielt die Mitarbeiterin dann eine Mail von einer Kollegin aus der Personalabteilung, die in einem anderen Büro sitzt. „Guy sagte uns, dass es dir nicht gut geht und du nach Hause gehen solltest. Ist alles okay?“

Die Frau antwortete darauf: „Mir geht es gut. Das ist alles ein bisschen merkwürdig, aber er war wohl etwas geschockt, dass ich eine Wärmflasche benutze. Ich habe einfach nur Krämpfe. Du weißt, wie das ist.“
Es folgte erst einmal keine Reaktion. Zehn Minuten später klingelte jedoch das Telefon. Die Personalerin fragt die Kollegin, ob sie sich in einem Meetingraum treffen könnten.

Was dann folgte, schockte die Frau. Sie bekam nämlich eine ziemlich klare Ansage von der Personalerin: Sie soll niemandem, der nicht Teil der Personalabteilung ist, von ihren medizinischen Problemen erzählen. Für andere Personen könnte das nämlich sehr unangenehm sein.

Noch einmal schilderte die Frau ganz genau, was passiert war, um mehr Licht in das Ganze zu bringen. Doch keine Chance. Sie bekam nur zu hören: „Ja, ich verstehe. Aber wenn es dir so schlecht geht, dass du eine Wärmflasche benötigst, solltest du besser nach Hause gehen; Guy ist das extrem unangenehm und es ist unprofessionell.“ Auf die Nachfrage, ob sonst noch irgendwas sei, soll die Personalerin nur gesagt haben: „Nein, das ist alles; wenn es dir besser geht, dann ist das toll, aber wenn nicht, dann geh nach Hause. Okay, tschüss!“

Wir können nur zu gut nachvollziehen, dass die Frau nach diesem Gespräch nicht nur geschockt, sondern auch wütend war. Besonders regt sie auf, dass Guy wohl dafür bekannt ist, sich in Meetings auf den Boden zu legen, um seinen schmerzenden Rücken zu schonen. Was ihrer Meinung nach „sowohl unprofessionell ist wie auch dafür sorgt, dass sich Dritte unwohl fühlen“. Doch darüber scheint niemand ein großes Tamtam zu machen.

Es ist nach Meinung der Frau nicht fair, dass typische Frauenleiden so anders betrachten werden. Sie schreibt in ihrem Beitrag: „Andere Leute haben Stehschreibtisch, Fußstützen, alle möglichen Arten von Stühlen und speziellen Rückenstützen gegen Rückenleiden und Handgelenksstützen gegen ihre Gelenkschmerzen und 100 andere Dinge und ich darf meine Wärmflasche nicht für meine Unterleibskrämpfe nutzen? Habe ich das Recht dazu, verdammt wütend zu sein?“

Unserer Meinung nach hat sie auf jeden Fall das Recht dazu, sich zu beschweren.

(ww8)

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