Tabu-BruchFrau meldet sich wegen Depressionen krank - das ist die Antwort des Chefs

Die Amerikanerin Madalyn Rose Parker meldete sich im Juni 2017 bei ihrem Chef krank. Aber nicht etwa, weil sie eine Grippe hat. Aufgrund psychischer Probleme brauchte sie zwei Tage Auszeit. Die Antwort ihres Vorgesetzten überrascht das Netz auch heute noch.

Mal ehrlich: Es fällt uns doch häufig sehr schwer, uns bei der Arbeit krank zu melden. Wir wollen die Kollegen nicht im Stich lassen. Und was denkt wohl der Chef? Dabei sollte die eigene Gesundheit immer an erster Stelle stehen und wir uns nicht aus falschem Pflichtbewusstsein ins Büro schleppen, obwohl wir eigentlich ins Bett gehören.

Madalyn Rose Parker aus dem US-Bundesstaat Michigan hatte keine körperlichen Beschwerden, als sie sich eines morgens krank meldete. Die Entwicklerin des Software-Herstellers Olark leidet an Depressionen. Vor allem im Job scheint die Krankheit immer noch ein Tabu-Thema zu sein. Doch Parker war ehrlich zu ihrem Chef und wollte dieses Tabu brechen. Sie schrieb ihm deshalb folgendes:

"Hey Team,

Ich nehme mir heute und morgen frei, um mich auf meine psychische Gesundheit zu konzentrieren. Ich werde hoffentlich nächste Woche wieder zurück sein, erholt und zu 100 Prozent fit.

Danke,

Madalyn"

Und das hat Madalyns Chef geantwortet:

"Hey Madalyn,

Ich wollte dir nur persönlich für diese E-Mails danken. Jedes Mal, wenn du sie schickst, nutze ich sie als Erinnerung daran, wie wichtig es ist, Krankheitstage für die geistige Gesundheit zu verwenden — ich kann nicht glauben, dass das nicht Standard in allen Firmen ist. Du bist ein Vorbild für uns alle und hilfst, das Stigma zu durchbrechen, sodass wir alle wir selbst auf der Arbeit sein können."

Frau meldet sich wegen Depression krank - das ist die Antwort des ChefsiStock

Madalyns Tweet geht seitdem viral

Der offene Umgang mit ihren Depressionen ist seit Jahren normal in Madalyns Firma, nachdem sie die Krankheit bei ihrem Chef angesprochen hatte. Die Firma Olark passte daraufhin die internen Regeln für Krankheitstage an und nahm psychische Probleme mit auf.

Bei Twitter lobten viele Nutzer das Software-Unternehmen dafür. Einige schrieben, sie wünschten, ihre Arbeitgeber seien genauso verständnisvoll. Ein anderer twitterte: "Verdammt, das ist der Hammer, dass du so einen Chef hast. Traurigerweise scheinen sie heutzutage eine rare Spezies zu sein.“

In Deutschland leiden laut der Weltgesundheits-Organisation (WHO) übrigens 4,1 Millionen Menschen an Depressionen. Das entspricht 5,2 Prozent der Bevölkerung. Wird Zeit, das sich deutsche Firmen ein Beispiel an dem amerikanischen Unternehmen nehmen.

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